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Zukunftsfähiges Wirtschaften in Kirchen

Hintergrund

„Niemand isst für sich allein!“ Unter diesem Motto hat Brot für die Welt darauf aufmerksam gemacht, dass die weltweite Nahrungssituation direkt und indirekt auch mit unserem eigenen Ernährungsverhalten zusammen hängt. Das lässt sich übertragen: Niemand handelt für sich allein, niemand kauft für sich allein, niemand investiert für sich allein.

© Andreas Schumacher

Gemeinden tragen zur Zukunftsfähigkeit bei

Mit jedem Einkauf, mit jeder Geldanlage, mit jeder Reise und jedem Bauvorhaben unterstützen wir bestimmte Anbau-, Arbeits-, Lebens- und Produktionsbedingungen.

Grafik: Andreas Schumacher

Denn nicht nur mit dem Verbrauch von Nahrungsmitteln nehmen wir ungewollt Einfluss auf Mensch und Natur. Mit jedem Einkauf, mit jeder Geldanlage, mit jeder Reise und jedem Bauvorhaben unterstützen wir bestimmte Anbau-, Arbeits-, Lebens- und Produktionsbedingungen. Wir entscheiden über Handelsstrukturen und Rohstoffverbräuche mit. Wir honorieren im wahrsten Sinne des Wortes, auf welche Weise mit Menschen, Lebensräumen, Pflanzen und Tieren umgegangen wird.

Ein Mobiltelefon besteht mit großer Wahrscheinlichkeit auch aus Konfliktrohstoffen aus dem Kongo und wurde möglicherweise in Asien unter schlechten Arbeitsbedingungen zusammen gebaut. So manche Geldanlage unserer Gemeindestiftung trägt vielleicht unwissentlich zum „Landgrabbing“ etwa in Sambia bei – Kleinbauern werden enteignet, industrielle Monokulturen angelegt. Oder verfüttern wir Soja aus Südamerika an unsere Rinder, ist das Risiko hoch, dass dafür Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben wurden. Klimatische Veränderungen, Armut und Migration sind die Folge.

So können Herstellung, Transport und Entsorgung problematisch sein, aber auch die schiere Menge hat es in sich. Jedes Jahr überschreiten wir die Grenzen unserer „planetarischen Tragfähigkeit“. Das heißt wir konsumieren mehr, als Rohstoffe auf unserem Planeten nachwachsen. Wir leben nicht von den Zinsen, sondern vom Kapital und somit auf Kosten unserer Kinder und Enkel. Der „Earth Overshoot Day“, der sogenannte Welterschöpfungstag, liegt jedes Jahr ein bisschen früher: Ging es 1987 den Ressourcen erst ab dem 19. Dezember „an die Substanz“, fiel die Marke im Jahr 2013 schon auf den 22. August. So leben wir gewissermaßen über vier Monate lang „auf Pump“.

Als Christinnen und Christen sind wir aufgerufen, die Schöpfung zu bewahren und uns gegen Hunger, Armut und Ungerechtigkeit einzusetzen. Wichtig ist daher, dass wir auch unser eigenes Wirtschaften in den Gemeinden und Kirchverwaltungen genauer unter die Lupe nehmen. Wir können die vorhandenen Entscheidungsfreiheiten, Hebel und Spielräume nutzen, um anders zu wirtschaften – glaubwürdig und zukunftsfähig.

Wir können uns für Handelsstrukturen stark machen, die gerecht sind; Produkte beschaffen, die nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt gehen, und unser Geld nach ethischen Kriterien investieren, so dass wir sicher sind, damit keine Rüstungsgüter oder andere fragwürdige Vorhaben zu unterstützen.

Wir können das, weil wir einen anderen Blick für das Ganze haben und aufgerufen sind, die Welt im Positiven mitzugestalten. Neudeutsch könnte man sagen, wir können „Change Agents“ sein für die Änderungen, die unsere Gesellschaft braucht, um sich wieder auf das zu besinnen, was wirklich zählt.

Zum Glück gibt es schon viele Akteure, die sich auf diesem Feld engagieren: von den Umwelt- und Entwicklungsdienst-Beauftragten der Landeskirchen über das Institut für Kirche und Gesellschaft (Schwerte) mit seiner ökumenischen Initiative „Zukunft einkaufen“ oder die Kampagne „Glaubhaft fair“ der Christlichen Initiative Romero bis hin zu den Brot für die Welt-Referent/innen der Diakonischen Landesverbände.

Auf den folgenden Seiten haben wir Argumente und Handlungsmöglichkeiten, Produktübersichten, Kontakte und weiterführende Informationen für Sie zusammen getragen.

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